Mittwoch, 31. Juli 2013

Aus den Wolken auftauchen




Morgen ist mein erster Tag an meinem neuen Arbeitsplatz.

Zur inneren Stärkung stelle ich mir vor, dass ich in den Kulissen stehe und mich auf meinen Auftritt vorbereite. Unser Ballettlehrer hat mir gezeigt, wie ich Kraft in die Arme gebe und den Blick weit in den Raum richte. 

Ich stelle mir vor, dass ich den neuen Raum mit einem grand jeté betrete, einem schwungvollen Sprung, bei dem die Beine in der Luft wie im Spagat gestreckt werden. Sprünge sind Ausdruck von Selbstbewusstsein und Lebensfreude.




In seinem wunderbaren Buch "Tanz-Imagination" macht Eric Franklin folgenden Vorschlag: "Stellen Sie sich vor, Sie fliegen durch eine Wolke und tauchen beim Herauskommen auf der anderen Seite ins Sonnenlicht ein." 

Ich denke, dass man mit diesem Bild ziemlich weit kommt, wenn man die Wolkenwand mit der gesamten Körperlänge hinter sich lassen will, um auch wirklich im hellen Licht anzukommen. 

Ich fühle, dass diese Wolke gleich hinter mir liegen wird. Sie hat sich aus den vielfältigen Erfahrungen geformt, die mir bei der Arbeitssuche begegnet sind. Was ich von ihr bekommen habe, ist Kondition. Und die konzentrierte Kraft, die ich im nächsten Moment nutzen werde.

Und jetzt: Sprung.


London, Notting Hill

Kommentare:

  1. Man darf sich in den Kulissen ja kein Glück wünschen, alter Schauspieler-Aberglaube. Aber es gibt ein Ersatzwort: MERDE!!!

    In diesem Sinn: XXXXXX

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  2. Das ist wie bei Billy Elliot: Geschafft. Yeah!
    Wenn das stimmt, was Andreas sagt, sage ich auch nicht mehr! :-)

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  3. Wie war dein Sprung?

    Ich mag es, wie du den Tanz in dein Leben einbaust, das ist ein sehr künstlerischer Blick. Ich habe auch alles beim Tanz gelernt. Tanz ist meine Lebensschule und überhaupt, alles.

    Gutes Weitertanzen! ;-)

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  4. Hallo, wow, das war jetzt schnell. Glückwunsch! Ich hoffe, es ist schön da draußen!

    Also ich habe ja nie geglaubt, dass (Ballett)Tänzerinnen "rosa Mädchen" sind (wie du über die Vorurteile in deinem anderen Text geschrieben hast). Eher Tomboys, oder? Ich bin keine Tänzerin, aber das war immer mein Gefühl. Viel Spaß. Ich muss jetzt auch zur Arbeit, aber ich schleppe mich eher (bei der Hitze)... :-)

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  5. @all: Danke für's Daumendrücken und die Glückwünsche, es war ein guter Start!

    @TanzFan80: stimmt, man kann so viel beim Tanzen für's Leben lernen und erleben! :-))

    @Rebecca: interessant, ja, tomboyisch sein gehört sicher auch dazu. :-)

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  6. Ah mais c'est fantastique! Je te souhaite plein de bonnes choses. Bises de Manchester. :-)

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  7. Oh wie schön! Eine neuer Job - congratulations! Ich würde ja gerne mehr erfahren, Sich mit Stereotypen mit Erdnüssen zu beschäftigen klingt jedenfalls schon mal ... sagen wir ... ungewöhnlich und interessant. ;-) Liebe Grüße nach Berlin.

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  8. Hi, wie ist der Job? In Berlin muss man bestimmt lang U-Bahn fahren, oder?
    Ich hatte gestern meine dritte Ballettstunde und wir haben auch diese Grande Jeté geübt, und ich bin voll in den Lehrer reingerannt, wegen dem Schwung. Peinlich!!!!! Er hat von einem Tänzer aus Kuba gesprochen, den ich mir ansehen soll als Beispiel, aber ich haben den Namen vergessen. Hast du eine Idee? Ciao, Gregori

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  9. @Gregori: Was steht dein Lehrer auch im Weg herum? :-)

    Er meint wahrscheinlich Carlos Acosta. Wenn du den als Vorbild nimmst, wird er sich noch wundern! :-))
    http://www.youtube.com/watch?v=id8w-akvUeY

    Der neue Job ist klasse. Und 5 Minuten mit dem Fahrrad von mir.

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  10. @Gregori, ja, bestimmt Carlos Acosta aus Havanna, er tanzt jetzt in London, soviel ich weiß. Ein sehr ungewöhnlicher Tänzer. Würde mich interessieren, warum dein Lehrer gerade auf ihn gekommen ist, als er dich gesehen hat. :-)

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  11. 5 Minuten zur Arbeit - da kannst du ja gleich hinspringen! :-) Wenn du in einer Übersetzerfirma arbeitest, musst du bestimmt den ganzen Tag sitzen, das ist bestimmt hart für die Tänzerseele, oder? Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich arbeite in einem Architekturbüro und mag meinen Job, aber kaum bin ich allein, stehe ich auf und übe meine Schritte...

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  12. @TanzFan80, ich auch, in der Küche! :-) Ja, langes Sitzen ist hart für uns Tänzer, aber es geht, wenn der Geist genug Bewegung bekommt. Ich arbeite parallel mit verschiedenen Sprachen und bin wohl noch nie so viel und schnell hin und her gesprungen! :-)

    @Sylvain - merci, à toi aussi, bonne chance pour Manchester, et à la prochaine sur skype!

    @Lovelydays, danke, ja, es ist wirklich vielseitig und interessant, bin glücklich! Herzliche Grüße in den Norden.

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  13. Hallo TanzFan, finde ich nicht. ich arbeite in einer Grossküche und muss den ganzen Tag rennen und bin abends kaputt. Außerdem kommt ihr im Büro ins Internet! Ich habe extra ein Smartphone und verstecke mich damit manchmal auf dem Klo. Heute habe ich mir den Carlos Acosta angeguckt. Einfach nur toll!!! Mein Traum so zu tanzen. :-))))

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  14. Wir sind schon eine lustige Truppe von Träumern! ♥

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  15. Wo ist dieser Tanzladen? Ich will das T-Shirt haben! :-)

    Viel Glück mit der neuen Arbeit.
    Lg, Lucie

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  16. @Lucie, Zossenerstr. 32, er heißt "Hacke und Spitze". :-)

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