Dienstag, 18. Dezember 2012

Tour Eiffel, jour de brume



Mit 14 war ich zum ersten Mal auf dem Eiffelturm. Ich war dort mit einer Schulfreundin. Ihre Eltern hatten eine Wohnung in Paris, und sie hatten mich eingeladen.

Wir waren nicht ganz nach oben gefahren, nur in den "ersten Stock" sozusagen. Dort machte ich ein Foto von ihr, sie steht vor dem Schutzgitter mit Blick auf den Champ de Mars, ein ruhiges, unspektakuläres Bild. Auf einer weiteren Aufnahme sitzt sie auf einer Mauer mit dem Eiffelturm im Hintergrund, und ich meine mich zu erinnern, dass sie eigentlich keine Lust hatte, für die Kamera zu posieren. Es sind persönliche Bilder, entstanden lange vor der Facebook-Zeit, nur füreinander zur Erinnerung.

Meine Freundin war feinfühlig und idealistisch, hatte eine schöne Handschrift und spielte Theater. Wir haben die gesamte Schulzeit zusammen verbracht - sie war die Einzige, die mit mir in der gleichen Klasse geblieben war, die nicht irgendwann die Abteilung oder die Schule gewechselt hatte. Wir saßen oft nebeneinander, haben uns amüsiert, gelangweilt, manchmal zugehört und oft auch nicht, denn es gab genug anderes, was uns beschäftigte.

Später - in einer Lebensphase, in der wir die Schulzeit möglichst schnell hinter uns lassen wollten - verloren wir uns aus den Augen. Heute freue ich mich über meine wiedergefundenen Kontakte, die die vielfältigsten Erinnerungen wiederbeleben und auf ihre Art etwas Besonderes sind. 

Ich traf mich in Paris mit einer anderen Schulfreundin, die ich ebenso lang nicht mehr gesehen hatte, und erfuhr von ihr, dass sie nicht mehr lebt.

Am nächsten Morgen sind diese beiden Bilder entstanden.




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